Gangolin



GanglionBeim Ganglion ist rein begrifflich zwischen dem krankhaften Überbein hauptsächlich am Finger, Fingergelenk oder Handgelenk sowie den vegetativen Nervenknoten Ganglion stellatum und Ganglion oticum zu unterscheiden. Letztere sind Bestandteile des Nervensystems und bei jedem Menschen vorhanden.

Die Arten von Ganglien



Das Überbein ist ein gutartiger Tumor im Bereich einer Sehnenscheide oder Gelenkkapsel, es ist hauptsächlich an den beschriebenen Körperstellen (Hand- und Fingergelenk, Finger) sichtbar und wirkt wie ein Knochen, ist aber in Wahrheit mit Flüssigkeit gefüllt, weshalb der volkstümliche Ausdruck "Überbein" fachmedizinisch unkorrekt ist (mit "Bein" sind immer Knochen gemeint). Die anderen beiden Ganglien gehören zum Organismus jedes gesunden Menschen:
  • Ganglion stellatum: Dieser Nervenknoten verschmilzt zwei Sympathikus-Ganglien zwischen Hals und Brust. Man nennt das Ganglion stellatum daher auch "Brustharnisch", das lateinische Zusatzadjektiv "stellatum" (Stern) kennzeichnet die Nervenstränge, die vom Ganglion stellatum in alle Richtungen verlaufen.
  • Ganglion oticum: Dieses parasympathische Ganglion befindet sich an der Schädelbasis beim Ohr und stammt aus dem IX. Hirnnerv (Nervus glossopharyngeus), es leitet Signale zwischen Ohr-, Backen- und Hirnbereich weiter. Auch das Ganglion oticum hat also nichts Krankhaftes an sich, sondern ist jedem Menschen eigen.
  • Das Ganglion (Überbein) als krankhafte Veränderung ist am häufigsten am Handgelenk anzutreffen und könnte durch Überbeanspruchung entstehen, Spontanbildungen sind ebenfalls bekannt. Es enthält Flüssigkeit und kann recht gut therapiert werden.
Das tatsächliche Überbein verfügt über eine gestielte Verbindung ins Innere des Gelenkes, durch die Flüssigkeit ausgetauscht wird. Bei einer Arthrose füllt sich das Ganglion bei Bewegungen, welche die Gelenkspannung und den Binnendruck im Gelenk ändern.

Symptome, Diagnose und Therapie



Der gutartige Tumor, der in seltenen Fällen auch am Fußrücken, Knie, dem Ellenbogen oder der Schulter beobachtet wird, enthält als Mycin, also eine zähe Flüssigkeit, die auf die Nerven drücken kann. Er ist durch folgende Symptome gekennzeichnet:
  • deutliche sichtbare Ausbuchtung
  • Schmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Gefäßkompression
  • Nageldeformierung am Finger
Das Ganglion am letzten Fingergelenk mit Auswirkungen auf den Fingernagel ist als Dorsalzyste bekannt. Sämtliche krankhaften Ganglien werden rein äußerlich, durch die gleichzeitig auftretenden Schmerzen und durch Ultraschall diagnostiziert. Die Haut über der Geschwulst kann verschoben werden, was aber auch bei anderen Tumoren der Fall ist. Daher entnimmt der Arzt bei vermuteten krankhaften Ganglien der Geschwulst Flüssigkeit zwecks Untersuchung. Röntgen ist nur zur Differentialdiagnose (Ausschluss der Exostose) geeignet. Für die Therapie können die betroffenen Stellen zunächst ruhig gestellt werden, was besonders für die Finger und das Handgelenk bedeutsam sein kann, um die Gliedmaßen gesund zu erhalten. Eine manuelle Zerdrückung kann helfen, ebenso saugt der Arzt die Flüssigkeit gegebenenfalls ab. In schweren Fällen erfolgt eine Operation.



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